Klima.Tour auf der Mottbruchhalde in Gladbeck ist eröffnet. Freizeit- und Informationsangebot für Bürgerinnen und Bürger
Neugierde, ein Smartphone und Kopfhörer, mehr braucht es nicht, um die neue Klima.Tour auf der Mottbruchhalde in Gladbeck abzulaufen. Bei der interaktiven Audiotour erfahren Erwachsene und Kinder eine Menge über Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung und Klimaanpassung – und wie alles zusammenhängt. Wie funktioniert ein Pumpwerk? Was ist ein Entlastungsbauwerk? Was passiert mit Regenwasser im Normalfall oder in einer Schwammstadt: All das entdecken die Hörenden beim Spaziergang auf der Halde entlang der neun Stationen. Ergänzt werden die Texte im Ohr von Infostelen vor Ort. Zukunftsinitiative Klima.Werk, Emschergenossenschaft und Stadt Gladbeck haben das neue Freizeit- und Informationsangebot zusammen erstellt.
Anwohnerinnen, Besucher der Halde Mottbruch in Gladbeck und Familien – sie alle können mit der Klima.Tour einen Einblick gewinnen in Wasserwirtschaft und Klimafolgenanpassung. „Unsere Anlagen zur Abwasserbeseitigung oder Regenwasserbewirtschaftung sind oft nicht sicht- oder einsehbar, sind aber unverzichtbar für eine funktionierende Infrastruktur in einer Stadt. Mit Blick auf den Klimawandel müssen wir zudem neue Wege gehen, um diese Infrastrukturen klimarobust zu gestalten“, sagte Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, zur Eröffnung der Klima.Tour. „Informieren, für Verständnis werben und Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen beim Schwammstadt-Umbau zu bewegen, ist dabei ganz wichtig. Die Klima.Tour ist dafür eine tolle und spielerische Möglichkeit“, so Uli Paetzel weiter.
Viele Themen auf kleinem Raum
Die Mottbruchhalde hat sich als Ort angeboten, da hier viele Themen auf kleinem Raum sichtbar gemacht werden können: die Umgestaltung von Boye und Hahnenbach, das Pumpwerk Hahnenbach, der Umgang mit Mischwasser an der Auslaufstrecke des Stauraumkanals an der Kranenburgstraße und das Engagement der Stadt Gladbeck beim wasserbewussten Stadtumbau. „Wir freuen uns über das neue Angebot. Ich finde es toll, wenn Familien gemeinsam draußen unterwegs sein können und dabei ganz nebenbei etwas lernen. Die Klima.Tour macht ein wichtiges Zukunftsthema auf unterhaltsame Weise erlebbar. Und sie zeigt: Klimaanpassung ist nichts Abstraktes, sondern findet direkt vor unserer Haustür statt“, sagte die Gladbecker Bürgermeisterin Bettina Weist. „Als Stadt gehen wir den Weg der Klimaanpassung ebenfalls konsequent weiter, zum Beispiel auch mit unseren Maßnahmen im benachbarten Gladbeck-Brauck.“
Ein neugieriges Mädchen und ein sprechender Fisch
Verbindendes Element für alle Themen und Projekte an der Halde ist die Klima.Tour: Die interaktive Audiotour führt in neun Episoden über das Haldengelände und richtet sich informativ und spielerisch an Erwachsene und Kinder. Fiktive Hauptfiguren der Episoden sind Nela und Willi – ein neugieriges Mädchen und ein sprechender Fisch. Sie werden ergänzt durch Beiträge von Vertreter*innen der Zukunftsinitiative Klima.Werk, der Emschergenossenschaft und der Stadt Gladbeck. Die Tour nimmt die Hörenden mit auf eine unterhaltsame Reise: Örtliche und inhaltliche Stationen sind die Hahnenbachmündung, die Boye, der Umgang mit Regenwasser, die Funktionsweise eines Pumpwerks oder das Thema Dachbegrünung im Kontext des Schwammstadt-Umbaus. Gestartet wird am Parkplatz der Halde Mottbruch an der Heringstraße.
Smartphone und Kopfhörer werden benötigt
Die Tour ist digital über ein Smartphone abrufbar und lässt sich über Kopfhörer und eine Geolokalisierung vor Ort anhören. Das Herunterladen der Audiodatei ist kostenlos. Ergänzt wird sie durch Infostelen an einigen Standorten und einen neu gestalteten Rastplatz am Pumpwerk Hahnenbach. Dieser lädt ein, sich die Wandmalerei „Emscher Super Future“ der französischen Designkünstler Guillaume & Laurie anzuschauen. Sie zeigt eine Vision einer blau-grünen, klimaresilienten Stadt. Insgesamt dauert der Spaziergang ca. 1,5 Stunden, die Tour ist für Kinder im Grundschulalter geeignet.
Weitere Info auf Klima.Tour Mottbruchhalde oder Sinnes.Wandel: Erlebnisse und Initiativen
Die Zukunftsinitiative Klima.Werk
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk. Weitere Informationen (auch zur Förderung von Projekten) auf www.klima-werk.de.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de








