So erkennt man eine Sepsis rechtzeitig und kann vorbeugen
Husten, Schnupfen, Fieber – in der Erkältungs- und Grippesaison erwischt es fast jeden einmal. Meist ist ein Infekt nach einigen Tagen überstanden, doch manchmal kann daraus eine lebensgefährliche Sepsis entstehen. Mindestens 230.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr daran. Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Der Körper kann den Erreger nicht mehr lokal eindämmen, die Infektion breitet sich aus und das Immunsystem reagiert mit einer überschießenden Entzündungsreaktion. Herz-Kreislauf- und Organversagen können die Folge sein.
Infektionen möglichst verhindern
Gerade Atemwegsinfekte spielen eine große Rolle. Umso wichtiger ist es, Erkältungen und Grippe nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und konsequent auszukurieren – darauf macht das Aktionsbündnis Patientensicherheit aufmerksam. Entscheidend ist zudem Vorbeugung. „Die häufigste Ursache einer Sepsis ist die Lungenentzündung. Und Lungenentzündungen kann man vermeiden, indem man sich zum einen hygienisch verhält – zum Beispiel durch Händewaschen oder Maske tragen bei Immunschwäche. Und ganz wichtig sind auch Impfungen – es gibt Impfungen gegen die meisten viralen Erreger der Lungenentzündung: Influenza, RSV, SARS-CoV-2 und gegen den häufigsten bakteriellen Erreger – die Pneumokokkenimpfung“, erklärt Prof. Dr. Mathias Pletz vom Universitätsklinikum Jena.
Auf diese Symptome achten
Eine Sepsis entwickelt sich immer aus einer Infektion, die sich zunehmend verschlechtert. Wird ein Infekt also immer schlimmer und kommt mindestens eines der folgenden Warnzeichen hinzu, könnte eine Sepsis vorliegen. Dazu zählen ein ungewöhnlich starkes Krankheitsgefühl, heftige Schmerzen, Verwirrtheit, Atemnot und Herzrasen, stark abfallender Blutdruck, bläuliche, kalte oder fleckige Haut sowie hohes Fieber oder starker Schüttelfrost. Unter www.deutschland-erkennt-sepsis.de gibt es weitere Informationen. Dann ist schnelles Handeln gefragt.
Im Verdachtsfall sofort reagieren
Wie ernst solche Veränderungen sind, zeigt die Erfahrung von Arne Trumann, der eine Sepsis ausgelöst durch eine Grippe überlebte: „Eine Sepsis fühlt sich an wie eine Krankheit, die schleichend daherkommt und immer schlimmer wird. Es fühlt sich an, als ob man sterben muss.“ Vor allem das nie gekannte Krankheitsgefühl alarmierte ihn. Bei einem Verdacht zählt jede Minute, man sollte nicht zögern und umgehend medizinische Hilfe holen – im Notfall über die 112. Dabei am besten den möglichen Verdacht direkt ansprechen: „Könnte es Sepsis sein?“ Besonders gefährdet sind über 60-Jährige, chronisch Kranke, Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, da sie ein erhöhtes Sepsis-Risiko tragen.








