Gewaltiger Hallenbrand hält Feuerwehr seit Stunden in Atem
Ein verheerender Großbrand sorgt seit Montagnachmittag (12. Oktober) in Schwerte-Westhofen für einen der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Monate. Gegen kurz vor 16 Uhr wurden die ersten Einsatzkräfte zur Hagener Straße alarmiert. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das Feuer zu einem Flammeninferno.
Nach Angaben der Feuerwehr stand eine rund 90 mal 50 Meter große Halle innerhalb etwa einer Stunde vollständig in Brand. Rund 160 Einsatzkräfte kämpfen seither gegen die Flammen. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.
Bereits am frühen Abend war klar, dass sich die Löscharbeiten noch über viele Stunden hinziehen würden.
Riesiger Gebäudekomplex steht in Flammen
Der betroffene Gebäudekomplex umfasst mehrere miteinander verbundene Hallenbereiche. Die Gebäude werden unter anderem als Lagerflächen, Werkstätten sowie als Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile genutzt.
Durch die enorme Ausdehnung des Objekts breitete sich das Feuer rasch aus. Dichter Rauch war bereits aus großer Entfernung sichtbar und sorgte für eine weithin erkennbare Rauchwolke über dem Stadtgebiet.
Die enorme Brandlast innerhalb der Hallen erschwert die Löscharbeiten zusätzlich und stellt die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.
Feuerwehr aus mehreren Städten unterstützt die Löscharbeiten
Aufgrund des gewaltigen Ausmaßes wurde die gesamte Feuerwehr Schwerte alarmiert. Schnell wurde deutlich, dass zusätzliche Kräfte benötigt werden.
Unterstützung kam von Feuerwehren aus Unna, Fröndenberg, Lünen und Bergkamen. Darüber hinaus wurde eine Drehleiter der Feuerwehr Dortmund angefordert, um den Brand aus größerer Höhe bekämpfen zu können.
Während der Großteil der Einsatzkräfte an der Brandstelle tätig ist, hält eine Einheit der Feuerwehr Schwerte den sogenannten Grundschutz an der Feuerwache aufrecht, um bei weiteren Notfällen im Stadtgebiet sofort reagieren zu können.
Einsturzgefahr zwingt Feuerwehr zum Strategiewechsel
Im Verlauf des Einsatzes verschärfte sich die Lage weiter. Nach Angaben der Einsatzleitung gilt die betroffene Halle inzwischen als einsturzgefährdet.
Aus Sicherheitsgründen dürfen Feuerwehrkräfte deshalb nicht mehr im Inneren des Gebäudes eingesetzt werden. Die Brandbekämpfung erfolgt mittlerweile ausschließlich von außen.
Diese Situation erschwert die Löscharbeiten erheblich, da die eigentlichen Brandherde innerhalb der Hallenkonstruktion nur schwer erreichbar sind. Zusätzlich machen Zwischendecken den Einsatzkräften zu schaffen und verhindern einen direkten Zugriff auf einzelne Glutnester.
Drohnen liefern wichtige Bilder aus der Luft
Um sich einen Überblick über das Brandgeschehen zu verschaffen, setzt die Feuerwehr moderne Drohnentechnik ein.
Die Luftaufnahmen ermöglichen es der Einsatzleitung, die Ausbreitung des Feuers, mögliche Schwachstellen der Gebäudestruktur sowie besonders kritische Bereiche zu erkennen. Die gewonnenen Daten helfen dabei, die Löschtaktik laufend anzupassen und die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten.
Gerade bei großflächigen Industrie- und Hallenbränden hat sich der Einsatz von Drohnen in den vergangenen Jahren als wertvolle Unterstützung erwiesen.
Warnung an Bevölkerung wegen starker Rauchentwicklung
Wegen der massiven Rauchentwicklung wurden Warnmeldungen für die Bevölkerung herausgegeben.
Die Rauchwolke zieht nach Angaben der Feuerwehr in nördliche Richtung. Anwohnerinnen und Anwohner werden dringend gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen nach Möglichkeit abzuschalten.
Zusätzlich sind Messfahrzeuge im Umfeld der Einsatzstelle unterwegs, um die Belastung durch Rauch und mögliche Schadstoffe kontinuierlich zu überwachen.
Bahnstrecke und wichtige Straße gesperrt
Die Auswirkungen des Großbrandes sind auch im Verkehr deutlich spürbar. Die Hagener Straße wurde für den Verkehr gesperrt.
Darüber hinaus musste auch die nahe gelegene Bahnstrecke gesperrt werden, um Gefährdungen durch Rauch, Hitzeentwicklung oder mögliche Gebäudeteile auszuschließen.
Verkehrsteilnehmer müssen sich daher auf Umleitungen und Beeinträchtigungen einstellen.
Stadtwerke und Ruhrverband unterstützen den Einsatz
An der Bewältigung der Lage sind neben den Feuerwehren weitere Institutionen beteiligt.
Die Stadtwerke Schwerte unterstützen die Einsatzmaßnahmen insbesondere im Zusammenhang mit der Gas- und Stromversorgung des betroffenen Bereichs.
Darüber hinaus wurden Vorkehrungen getroffen, um das bei den Löscharbeiten anfallende Löschwasser zurückzuhalten. Hierzu wurde auch der Ruhrverband eingebunden, um mögliche Umweltbelastungen zu verhindern.
Löscharbeiten werden voraussichtlich bis Dienstag andauern
Nach Einschätzung von Einsatzleiter Wilhelm Müller wird der Einsatz noch viele Stunden in Anspruch nehmen.
Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Löscharbeiten mindestens bis in den Dienstag hinein andauern werden. Möglicherweise werden die letzten Maßnahmen sogar erst im Laufe des Dienstags gegen Mittag abgeschlossen sein.
Bis dahin bleibt die Lage für die zahlreichen Einsatzkräfte herausfordernd, während die Feuerwehr weiterhin alles daran setzt, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern und den Brand vollständig unter Kontrolle zu bringen.







