Düsseldorfer Künstlerin kleidet die „Weiße Dame“ neu ein
© Sabrina Hey an der Uhr mit der "Weißen Dame" an der Vennhausener Allee in Düsseldorf

Düsseldorfer Künstlerin kleidet die „Weiße Dame“ neu ein


(openPR) Eine Einladung zum Dialog über Zeitgeist, Vielfalt und Heimat:

Eine temporäre Kunstaktion in Düsseldorf zeigt, wie Gespräche neue Perspektiven eröffnen – und wie Markenikonen weitergedacht werden können.

Manche künstlerischen Ideen entstehen aus einem Gespräch heraus, das nachhallt. Genau so begann für die Düsseldorfer Modedesignerin, Maßschneidermeisterin und Künstlerin Sabrina Hey die Auseinandersetzung mit einer der bekanntesten Figuren des Düsseldorfer Stadtbilds: der sogenannten „Weißen Dame“.

„Vor ein paar Jahren saß ich mit einer Freundin zusammen. Sie sagte, dass sie den Begriff ‚Das Zuhause der Weißen Dame‘ (wie es beim “Henkel”-Hauptsitz in Düsseldorf-Reisholz heißt) schwierig findet – weil er möglicherweise nicht für alle Menschen gleichermaßen einladend wirkt“, erinnert sich Hey. „Mein erster Gedanke war: Interessant. So hatte ich das noch nie betrachtet.“

Für Hey selbst war die Weiße Dame lange ein vertrautes Symbol – verbunden mit Heimat, Industriegeschichte und Alltagskultur. Auch, weil ihr Vater viele Jahre bei Henkel gearbeitet hat und sie mit den Bildern rund um die Marke aufgewachsen ist. „Ich wusste, dass es historisch um weiße Wäsche ging, um den Zeitgeist der 1920er-Jahre. Aber das Gespräch mit meiner Freundin hat etwas in Bewegung gesetzt.“

Aus diesem Impuls heraus entwickelte sich über Jahre hinweg eine künstlerische Frage, die Hey nicht mehr losließ:

Wie können wir unsere Symbole weitererzählen, ohne ihre Geschichte zu verleugnen – und ohne im Gestern stehenzubleiben?

Vor wenigen Tagen setzte die Künstlerin diese Frage erstmals sichtbar um. In einer nächtlichen, temporären und reversiblen Guerilla-Kunstaktion kleidete sie eine Darstellung der Weißen Dame an der Vennhausener Allee neu ein – farbig, vielschichtig. Die ursprüngliche Figur blieb dabei vollständig erhalten und sichtbar.

„Diese Aktion ist kein Protest und keine Kritik“, betont Hey. „Sie ist eine Einladung. Zum Gespräch. Zum Weiterdenken. Zum gemeinsamen Entwickeln.“

Die Intervention wurde kurz darauf vom Lokalbüro Düsseldorf aufgegriffen und löste in den sozialen Medien eine lebhafte Diskussion aus – über Symbolik, Wahrnehmung, politische Lesarten und die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum. Für Hey ist genau das der Kern der Arbeit: im Diskurs zu bleiben.

„Wir leben in einer Zeit, in der wir uns weiterentwickeln müssen – als Gesellschaft, als Marken, als Menschen. Und gleichzeitig brauchen wir Orte und Symbole, die uns Halt und Heimat geben. Kunst kann beides zusammenhalten.“

Die Aktion versteht sich als Auftakt für einen offenen Dialog zwischen Kunst, Öffentlichkeit und Wirtschaft – bis hin zu möglichen gemeinsamen, kuratierten Neuinterpretationen der Weißen Dame in Form von Mode, Installation, Event oder Ausstellung.


Share