Schulen erproben digitales Schülerfeedback
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Schulen erproben digitales Schülerfeedback


Ministerin Feller: Wir wollen zuhören und uns gezielt um das Wohlbefinden unserer Kinder und Jugendlichen kümmern | Schuldatenblatt gibt Impulse für die Qualitätsentwicklung

Fühle ich mich in meiner Schule sicher und gesehen? Gehen wir an unserer Schule respektvoll miteinander um? Kann ich mitentscheiden, wie wir unser Schulleben gestalten? Fragen wie diese hat sich Lina überlegt. Sie besucht die 9. Klasse einer Gesamtschule in Münster und hat über das Beteiligungsprogramm Your Vision – Schule NRW am Fragebogen für das neue Schülerfeedback mitgearbeitet, das ab dieser Woche an nordrhein-westfälischen Schulen erprobt wird. Lina sagt: „Schule ist wie eine eigene kleine Gesellschaft, in der wir auf das Leben in der großen Gesellschaft vorbereitet werden. Deshalb ist es wichtig, dass uns zugehört wird. Wenn wir mitentscheiden dürfen, wie unser Schulleben gestaltet wird, lernen wir früh, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen. So legt Schule den Grundstein für demokratisches Handeln.“

Mit dem Zentralen Schülerfeedback reagiert das Schulministerium auf Studien wie die jüngsten IQB-Bildungstrends, denen zufolge viele Schülerinnen und Schüler Unterstützung bei ihrer sozial-emotionalen Entwicklung brauchen. „Soziale und emotionale Kompetenzen“, so erklärt Schulministerin Dorothee Feller, „sind genauso wichtig wie das Lesen, Schreiben, Zuhören und Rechnen. Um unsere Kinder und Jugendlichen gezielt in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung zu fördern, müssen und wollen wir ihnen ganz genau zuhören. Über das neue Schülerfeedback können unsere Schülerinnen und Schüler ihren Schulen umfassende Rückmeldung über ihr Wohlbefinden und darüber geben, wie sie die Schul- und Lernkultur wahrnehmen.“ Hierzu hat das Schulministerium gemeinsam mit der QUA-LiS, Schülerinnen und Schülern von YourVision-Schulen, der Landesschülervertretung NRW und der AG Schulleitung altersgerechte Fragebögen entwickelt. Sie umfassen an Grundschulen rund 30 Fragen und an weiterführenden Schulen (5.-7. Klasse, 8.-10. Klasse, Sekundarstufe II) sowie an den Berufskollegs rund 40 Fragen, die von den Schülerinnen und Schülern in einem digitalen Portal anonym beantwortet werden können. Lehrkräfte und Schulleitungen erhalten anschließend digitale Ergebnisberichte, in denen die Rückmeldungen auf Klassen- und Kurs- bzw. Schulebene zusammengefasst sind.

Das Schulministerium hat in dieser Woche alle öffentlichen Schulen sowie die privaten Ersatzschulen eingeladen, sich am ersten großen Testlauf des neuen Schülerfeedbacks zu beteiligen. Zuvor war die Praxistauglichkeit des Portals und der Fragebögen in einzelnen Schulen erfolgreich getestet worden. Schulleiter Jan Haurand wird das Zentrale Schülerfeedback an seiner Schule erproben. Von den Rückmeldungen seiner Schülerinnen und Schüler an der Städtischen Gesamtschule Lippstadt verspricht er sich wichtige Impulse für die Schulentwicklung: „Das Wohlbefinden unserer Schülerinnen und Schüler ist mitentscheidend für erfolgreiches Lernen und eine starke Schule. Die Lern- und Bildungserfolge von Kindern und Jugendlichen bauen auf einem guten Schulklima auf. In diesem Sinne kann uns das Schülerfeedback dabei helfen, die Lehr- und Lernbedingungen so zu verbessern, dass die gesamte Schulgemeinde davon profitiert.“

Ministerin Feller ergänzt: „Mit dem Schulkompass NRW 2030 haben wir einen klaren Kurs eingeschlagen, um unsere Kinder und Jugendlichen wieder zu besseren Lern- und Bildungserfolgen zu führen. Dazu setzen wir auf eine datengestützte Qualitätsentwicklung an unseren Schulen. Das Schülerfeedback wird wichtige Daten dafür hervorbringen, ebenso die zusätzlichen Lernstandserhebungen, die wir für die Klassen 2, 5 und 7 planen.“ Bereits heute verfügen die Schulen in Nordrhein-Westfalen über eine Vielzahl von Daten, aus denen die Schulen Rückschlüsse für ihre Schul- und Unterrichtsentwicklung ableiten können, je nach Schulform beispielsweise die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA3 und VERA8, der Zentralen Prüfungen in Klasse 10 (ZP10) und des Zentralabiturs.

Um die Schulen bei der Datengestützten Qualitätsentwicklung (DQE) zu unterstützen, stellt das Schulministerium allen öffentlichen Schulen sowie den privaten Ersatzschulen erstmals ein kompaktes Schuldatenblatt zur Verfügung, in dem relevante Daten für die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht vor Ort übersichtlich zusammengefasst sind. In den schulformspezifischen Datenblättern enthalten sind beispielsweise:

  • Anteil der Schülerinnen und Schüler nach Schulformempfehlung
  • der Anteil der Schülerinnen und Schüler, in deren Elternhaus nicht Deutsch gesprochen wird
  • der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
  • die Ergebnisse von Vergleichsarbeiten und Zentralen Prüfungen wie VERA 3, VERA 8, ZP10 und Zentralabitur

Ministerin Feller: „Das Schuldatenblatt und die Ergebnisse aus dem Schülerfeedback sind die Grundlage für Zielvereinbarungsgespräche zwischen Schulen und Schulaufsicht. Das heißt: Schulen und Schulaufsicht planen gemeinsam, wie Schulleitungen und Lehrkräfte von den Daten zu Taten kommen – immer mit dem Ziel, das Wohlbefinden und die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler zu steigern.“

Beispielhafte Muster der Fragebögen und Schuldatenblätter finden Sie hier.


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