Die Stadt Bochum weist nachdrücklich darauf hin, dass das Füttern von Gänsen und anderen Wasservögeln im Stadtgebiet nicht erlaubt ist – und vor allem den Tieren, den Grünanlagen und Gewässern großen Schaden zufügen kann. Verstöße gegen das Fütterungsverbot stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können entsprechend geahndet werden. Die Stadt setzt jedoch insbesondere auf die Einsicht und Mitwirkung der Parkbesucherinnen und Parkbesucher, um die Lebensqualität in den Bochumer Grünanlagen nachhaltig zu erhalten.
Viele Menschen füttern Gänse in der Annahme, den Tieren etwas Gutes zu tun. Tatsächlich kann dies jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Tierbestände, die Umwelt und die Aufenthaltsqualität in den öffentlichen Grünanlagen haben. Durch ein dauerhaftes und leicht verfügbares Nahrungsangebot werden insbesondere Kanada- und Nilgänse angezogen. Die Tiere halten sich verstärkt in Parks und an Gewässern auf und können sich aufgrund der verbesserten Nahrungsgrundlage in größerer Zahl ansiedeln.
„Gänse finden in unseren Parks und an den Gewässern ausreichend natürliche Nahrung. Zusätzliche Fütterungen sind weder notwendig noch hilfreich“, erläutert Philipp Heidt, Amtsleiter des Umwelt- und Grünflächenamtes. „Im Gegenteil: Sie fördern hohe Tierbestände, führen zu stärkeren Verschmutzungen und können die Konflikte zwischen Mensch und Tier verstärken. Deshalb bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, auf das Füttern konsequent zu verzichten.“
Mit zunehmenden Gänsebeständen steigt auch die Menge an Hinterlassenschaften auf Wegen, Liegewiesen, Spielplätzen und Uferbereichen. Dies beeinträchtigt nicht nur das Erscheinungsbild der Parkanlagen, sondern kann auch die Nutzbarkeit von Erholungsflächen einschränken. Gleichzeitig erhöht sich der Aufwand für Reinigung und Pflege. Darüber hinaus können Futterreste die Wasserqualität beeinträchtigen, indem sie zusätzliche Nährstoffe in die Gewässer eintragen und damit das ökologische Gleichgewicht belasten. Die regelmäßige Fütterung von Gänsen erhöht die Gefahr der Übertragung von Krankheiten, da die Tiere sich an bestimmten Stellen sammeln. Dies ist in Zeiten mit erhöhtem Risiko für Geflügelpest besonders problematisch, aber auch Salmonellen, Parasiten und andere Krankheitserreger werden auf diese Weise in der Population schneller verbreitet. Dies kann auch die Entstehung von neuen Erregervarianten mit unbekanntem Gefährdungspotential auch für Menschen fördern. Für die Gänse selbst führt das Verfüttern von Lebensmitteln (zum Beispiel alte Backwaren, aber auch energiereicher Mais) häufig zu Fehlernährungen. Diese Nahrungsmittel enthalten in der Regel zu viel Salz, Zucker und Kohlenhydrate. Dadurch kommt es zu Verdauungsstörungen, Mangelerscheinungen, Verfettung und Entwicklungsstörungen bei Jungvögeln.
Eine Entwicklungsstörung bei Jungvögeln ist der so genannte „Kippflügel“. Dabei stehen die Federn der Handschwingen sichtbar vom Körper ab, anstatt sich eng an den Körper anzulegen. Als Hauptursache gilt eine energiereiche (kalorienreiche) und unausgewogene Ernährung, die in der Wachstumsphase der Jungvögel zu einer Missbildung am Flügelgelenk führt. Häufig ist diese Fehlstellung irreversibel und die Tiere sind entweder flugunfähig oder zumindest stark beim Fliegen behindert.
Die Stadt Bochum appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, das bestehende Fütterungsverbot zu respektieren und Gänse sowie andere Wasservögel nicht zu füttern. Jede und jeder Einzelne kann damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere, zur Erhaltung sauberer Gewässer und zur Sicherung attraktiver Grün- und Erholungsflächen leisten.








