Der Führerschein soll günstiger werden
© djd/DEVK/Jürgen Naber

Der Führerschein soll günstiger werden


Besonders junge Leute begrüßen die geplanten Änderungen in der Fahrausbildung

Mit dem Auto mobil sein, zur Arbeit, zum Einkaufen oder mit den Lieblingsmenschen ins Grüne fahren: Das geht oft nur mit Führerschein. Doch der ist heute so aufwendig und teuer wie nie. Laut Statista sind die Preise für den theoretischen Unterricht von 2020 bis 2025 um 52 Prozent gestiegen, für den praktischen Teil um 45 Prozent. Bis man die begehrte Fahrerlaubnis endlich in der Hand hält, können so Kosten von bis zu 4.500 Euro zusammenkommen. Für viele junge Menschen ist deshalb der Führerschein unerschwinglich geworden.

Lern-App statt Präsenzunterricht

Um ihn wieder günstiger zu machen, plant das Bundesverkehrsministerium nun eine Reform der Fahrausbildung. Danach könnte schon Anfang 2027 beim Theorieunterricht die Präsenzpflicht entfallen. Das nötige Wissen kann man sich dann vollständig digital aneignen, etwa mit einer Lern-App. Wie eine aktuelle Umfrage von Civey im Auftrag der DEVK zeigt, kommt das besonders bei den 16- bis 29-Jährigen gut an: 59 Prozent bewerten die Digitalisierung positiv, nur 19 Prozent negativ. Auch in der Gesamtbevölkerung fällt die Einschätzung insgesamt positiv aus: 44 Prozent befürworten den rein digitalen Unterricht, 20 Prozent sind unentschlossen.

Fahrpraxis sammeln mit den Eltern

In der praktischen Ausbildung soll es künftig deutlich weniger verpflichtende Sonderfahrten geben als bisher. Dafür dürfen dann die Eltern beim Fahrenlernen unterstützen: Nach bestandener Theorieprüfung und ersten Fahrstunden soll es erlaubt werden, mit einer nahestehenden, erfahrenen Begleitperson privat zu üben. So lässt sich Fahrpraxis sammeln, ohne dafür ausschließlich auf teure Fahrstunden angewiesen zu sein. Der Umfrage zufolge finden das 57 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren gut oder eher gut. In der Altersgruppe der befragten 40- bis 49-Jährigen ist die Zustimmung zu privaten Fahrstunden mit 66 Prozent am größten. Hier dürften etliche Teenager-Eltern dabei sein, die sich für ihre Kinder mehr Fahrpraxis auf öffentlichen Straßen wünschen.

Versicherung informieren

Wichtig: „Wer seinem Kind schon vor der praktischen Führerscheinprüfung private Fahrstunden im eigenen Auto geben will, sollte vorab seine Kfz-Versicherung über den geänderten Fahrerkreis informieren. Dann ist der Versicherungsschutz auch im Modellversuch gewährleistet“, rät DEVK-Experte Alexander Erpenbach. Mehr Informationen zur Pkw-Versicherung gibt es unter www.devk.de/auto. Dass sich das gemeinsame Üben lohnen kann, zeigt das begleitete Fahren ab 17. Erfahrungen belegen, dass junge Menschen weniger Schäden verursachen, wenn sie zunächst in Begleitung von erfahrenen Erwachsenen unterwegs sind.


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