Pollenallergie neu denken: Wenn Heuschnupfen die Atemwege verändert
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Pollenallergie neu denken: Wenn Heuschnupfen die Atemwege verändert


(akz-o) Mit dem Beginn der Pollensaison leiden Millionen Menschen in Deutschland unter tränenden Augen, Niesreiz und einer verstopften Nase. Doch was viele unterschätzen: Eine Pollenallergie ist weit mehr als „nur“ Heuschnupfen. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass unbehandelte allergische Rhinitis langfristig die unteren Atemwege beeinflussen kann – mit möglichen Folgen wie Asthma bronchiale und chronischen Nasenpolypen.
„Die Atemwege sind ein zusammenhängendes System“, erklärt Sonja Lämmel, Pressesprecherin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. (DAAB). „Was in der Nase beginnt, kann sich auf die Bronchien ausweiten.“ Dieses sogenannte „Etagenwechsel“-Phänomen ist seit Jahren bekannt, gewinnt jedoch durch neue Studien weiter an Bedeutung. Demnach entwickeln bis zu 40 Prozent der Menschen mit allergischer Rhinitis im Laufe ihres Lebens auch Asthma.
Ein bislang wenig beachteter Aspekt ist der Zusammenhang zwischen Pollenallergie und Nasenpolypen. Chronische Entzündungsprozesse in der Nasenschleimhaut können die Bildung dieser gutartigen Wucherungen begünstigen. Betroffene berichten häufig über anhaltende Nasenverstopfung, verminderten Geruchssinn und wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen. Besonders problematisch: Nasenpolypen können die Wirkung von Allergietherapien beeinträchtigen und die Lebensqualität erheblich einschränken.

Ganzheitliche Betrachtung

Neue therapeutische Ansätze setzen daher zunehmend auf eine ganzheitliche Betrachtung der Atemwege. Neben der klassischen Behandlung mit Antihistaminika und Kortisonpräparaten rücken spezifische Immuntherapien (Hyposensibilisierung) stärker in den Fokus. Sie können nicht nur die Symptome lindern, sondern auch das Risiko für die Entwicklung von Asthma reduzieren. Auch moderne Biologika zeigen vielversprechende Ergebnisse bei schweren Verläufen mit Nasenpolypen.
Der DAAB empfiehlt Betroffenen, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen und Symptome ernst zu nehmen. „Wer seine Pollenallergie konsequent behandelt, kann langfristige Folgeerkrankungen oft vermeiden“, so der Verband. Eine enge Zusammenarbeit zwischen HNO-Ärzten, Pneumologen und Allergologen ist dabei entscheidend.
Zusätzliche Unterstützung bietet der DAAB mit seinen kostenfreien Online-Allergietagen: Im Rahmen des Aktionsjahres 2026 finden mehrere kostenfreie Online-Veranstaltungen mit Live-Webinaren, Expertenvorträgen und interaktiven Formaten statt. Der nächste Online-Allergietag ist für den 5. Mai 2026 geplant und richtet sich an Betroffene sowie Interessierte, die sich über aktuelle Entwicklungen rund um Allergien, Asthma und Nasenpolypen informieren möchten. www.allergietag-online.de
Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, der zu längeren und intensiveren Pollensaisons führt, gewinnt eine frühzeitige und umfassende Versorgung zunehmend an Bedeutung. Pollenallergie ist keine Bagatelle – sondern eine Erkrankung, die den gesamten Atemtrakt betreffen kann.


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