Ein Mantel, ein Schwert und ein frierender Bettler: Die Geschichte von Sankt Martin erzählt von einer einfachen, aber wichtigen Geste. Martin teilt seinen Mantel mit einem Menschen, der friert. Genau dieses Teilen steht bis heute im Mittelpunkt des Martinsfestes – und lässt sich auch im Alltag mit Kindern ganz praktisch entdecken.
Teilen muss nicht groß sein
Für Kinder beginnt Teilen häufig bei ganz einfachen Dingen. Ein Stück Obst abgeben, einem Freund beim Aufräumen helfen oder das eigene Spielzeug für einen Moment aus der Hand geben: Was für Erwachsene selbstverständlich klingt, kann für Kinder eine echte Herausforderung sein. Das Martinsfest bietet einen guten Anlass, darüber zu sprechen. Was bedeutet es eigentlich, jemandem etwas abzugeben? Wie fühlt es sich an, wenn man selbst etwas bekommt? Und was kann man teilen, das gar nichts kostet? Denn neben Dingen lässt sich auch Zeit teilen. Ein gemeinsames Spiel, eine Vorlesestunde oder Hilfe bei den Hausaufgaben können genauso wertvoll sein wie ein materielles Geschenk.
Eine kleine Martinsaktion zu Hause
Familien können die Idee des Teilens mit einer kleinen Aktion aufgreifen. Zum Beispiel sucht jedes Familienmitglied eine Sache aus, die es gerne weitergeben möchte. Das kann ein gut erhaltenes Kinderbuch, ein Spielzeug oder ein Kleidungsstück sein. Wichtig ist dabei, dass Kinder selbst entscheiden dürfen, was sie abgeben möchten. So wird aus einer Pflicht keine „Aussortieraktion“, sondern eine bewusste Erfahrung. Auch Lebensmittel können geteilt werden. Gemeinsam Plätzchen backen und einen Teil davon an Nachbarn, Freunde oder ältere Menschen verschenken, verbindet Kreativität mit einer guten Tat.
Nicht nur nehmen, sondern aufmerksam sein
Die Geschichte von Sankt Martin macht außerdem deutlich, dass Helfen oft mit Aufmerksamkeit beginnt. Martin musste zunächst wahrnehmen, dass ein anderer Mensch Hilfe braucht. Auch Kinder können lernen, auf ihre Umgebung zu achten. Sitzt jemand alleine? Braucht ein anderes Kind Unterstützung? Hat jemand sein Pausenbrot vergessen? Solche Situationen gibt es jeden Tag. Dabei geht es nicht darum, aus Kindern kleine Helfer auf Kommando zu machen. Vielmehr können Eltern und pädagogische Fachkräfte zeigen, dass Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft ganz selbstverständlich zum Miteinander gehören.







