Staat als Bauträger? Das ist kein Lösungsansatz – das ist ein Eingeständnis politischen Scheiterns
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Staat als Bauträger? Das ist kein Lösungsansatz – das ist ein Eingeständnis politischen Scheiterns


Die von Lars Klingbeil angestoßene Debatte über eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft sorgt in der Immobilienwirtschaft für deutliche Kritik. Aus Sicht der renaissance Immobilien und Beteiligungen AG lenkt der Vorschlag von den eigentlichen Ursachen der Wohnungsnot ab.

„Wenn der Staat beginnt, selbst Wohnungen bauen zu wollen, ist das kein Fortschritt. Es ist das Eingeständnis, dass es ihm nicht gelingt, funktionierende Rahmenbedingungen zu schaffen“, erklärt Christian Baierl, Vorstand des Unternehmens.

Während politisch über neue Strukturen diskutiert wird, bleibt die Realität unverändert: Genehmigungsverfahren dauern oft Jahre, Nutzungsänderungen werden erschwert und Projekte verlieren sich in langwierigen Abstimmungsprozessen. Genau hier entsteht der Wohnungsmangel – nicht auf der Baustelle.

„Deutschland hat keinen Mangel an Wohnraum – Deutschland hat einen Mangel an funktionierenden Prozessen“, so Baierl.

Gleichzeitig bleiben erhebliche Potenziale ungenutzt. In vielen Städten stehen Büroflächen, Gewerbeimmobilien und ehemalige Produktionsstätten leer oder werden ineffizient genutzt. Diese könnten längst in Wohnraum umgewandelt werden. Stattdessen liegt der politische Fokus weiterhin auf Neubau – mit hohen Kosten, langen Zeiträumen und zusätzlicher Umweltbelastung.

„Wir diskutieren darüber, neue Flächen zu versiegeln und CO₂-intensive Neubauten zu errichten, während bestehende Gebäude ungenutzt bleiben. Das ist nicht nur ineffizient – es ist widersprüchlich.“

Die Idee eines staatlichen Bauträgers bewertet Baierl als wirtschaftlich nicht zielführend. Weder würden Genehmigungsverfahren beschleunigt noch Baukosten gesenkt. Vielmehr bestehe die Gefahr zusätzlicher Bürokratie.

„Der Staat scheitert heute schon an seinen eigenen Prozessen – und will nun selbst zum Bauherrn werden. Das vergrößert das Problem, anstatt es zu lösen.“

Die private Immobilienwirtschaft sei hingegen bereit, kurzfristig Wohnraum zu schaffen. Kapital, Expertise und Umsetzungskraft seien vorhanden. Entscheidend seien verlässliche und effiziente Rahmenbedingungen.

„Wenn Genehmigungsverfahren konsequent beschleunigt würden, könnte in kurzer Zeit deutlich mehr Wohnraum entstehen – ohne neue Behörden oder staatliche Baugesellschaften“, betont Baierl.

Die Lösung liege daher klar in der Aktivierung bestehender Gebäude, der Vereinfachung von Prozessen und einer stärkeren Zusammenarbeit mit der privaten Wirtschaft.

„Die Wohnungsnot ist kein Marktversagen, sondern das Ergebnis politischer Rahmenbedingungen. Sie wird nicht durch mehr Staat gelöst, sondern durch weniger Hürden.“

Baierl abschließend: „Deutschland muss nicht neu gebaut werden. Deutschland muss von Bürokratie entlastet werden.“


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