Ein Match, an das kaum jemand denkt
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Ein Match, an das kaum jemand denkt


Wieso Familien den passenden Beruf für den Nachwuchs oft übersehen

Was Jugendliche können und welchen Beruf sie sich zutrauen, ist nicht immer dasselbe. Auch Selbstvertrauen, das Wissen über Berufe, Geschlechterbilder und die Erwartungen anderer prägen die Wahl. Wir zeigen, welche Folgen das hat und wie Eltern ihren Kindern helfen können, den passenden Job zu finden.

Verengte Berufsvorstellungen

Vielen Jugendlichen wird geraten, sich bei der Berufswahl an den eigenen Interessen zu orientieren. Doch dieser Rat lässt eine andere Komponente oft außer Acht: die Fähigkeiten. Denn diese decken sich nicht immer mit den eigenen Interessen – geschweige denn mit den Vorstellungen, die häufig für verschiedene Geschlechter gelten. So kann es beispielsweise sein, dass ein Mädchen in der Schule digital und mathematisch stark ist, aber keinen IT-Beruf in Betracht zieht, weil sie sich privat nicht für Computer interessiert. Forschungsergebnisse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass genau diese Kombination häufig vorkommt: Gute mathematisch-naturwissenschaftliche Fähigkeiten bei jungen Frauen führen demnach nicht automatisch zu einem MINT-Berufswunsch. Auch andere Fälle gibt es: So sehen viele Jungen, die sehr sozial und kommunikativ sind, ihre Zukunft nicht in der Pflege oder Erziehung, weil diese Branchen für sie und ihre Bezugspersonen „weiblich“ besetzt sind. „Geringes berufsspezifisches Selbstvertrauen, fehlende Berufskenntnisse sowie Geschlechts- und Prestigezuschreibungen können Berufswahloptionen verengen“, sagt Miguel Diaz, Leiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei.

Das Wissen erweitern

All das kann dazu führen, dass Jugendliche sich für einen Beruf entscheiden, mit dem sie nicht dauerhaft zufrieden sind. Um das zu verhindern, rät Diaz, den Fokus zu ändern. Statt zu fragen „Welchen Beruf soll mein Kind wählen?“, sollten Eltern schauen, was das eigene Kind gut könne und in welchen Berufen diese Stärken gebraucht würden. Und das unabhängig von den eigenen Vorstellungen und gesellschaftlichen Klischees. Wie wichtig es ist, das eigene Wissen hinsichtlich verschiedener Berufe zu erweitern, zeigt eine Studie des BIBB und der TU Darmstadt: Nachdem es an Schulen extra Infoveranstaltungen über MINT-Ausbildungsberufe gab, konnten sich die Schülerinnen diese häufiger für sich selbst vorstellen. Tipps, wie es gelingt, den eigenen und den Horizont des Kindes zu erweitern, finden Eltern unter www.klischee-frei.de/elterninfos. Ein erster Schritt kann sein, unbekannte Berufe zu recherchieren und sie zu erproben: durch Praktika, Schnuppertage, Ferienjobs, Betriebsbesuche oder Gespräche mit Berufstätigen. All das hilft, das Berufs-Match zu finden, das am besten zu den eigenen Kompetenzen passt.


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