Geldanlage für Frauen ab 50 Jahren Sechs Tipps zum Weltspartag: „Einfach anfangen, es ist nie zu spät.“
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Geldanlage für Frauen ab 50 Jahren Sechs Tipps zum Weltspartag: „Einfach anfangen, es ist nie zu spät.“


Ulrike Sosalla, stellvertretende Chefredakteurin von Stiftung Warentest Finanzen und Expertin für das Thema

Warum ist das Thema Geldanlage für Frauen ab 50 besonders wichtig?

„Ab 50 Jahren geht es in großen Schritten auf den Ruhestand zu, oft sortiert sich das Leben noch einmal neu: Die Kinder verlassen das Haus, es kommt in der zweiten Lebenshälfte häufiger als früher zu Scheidungen. Frauen, die zugunsten der Familie zurückgesteckt haben – aber natürlich auch alle anderen – sollten jetzt eine erste Bilanz ziehen und schauen, wo sie nachsteuern können.“

Was sind Hürden?

„Frauen ab 50 werden als eigene Zielgruppe selten angesprochen, wenn es um Altersvorsorge oder Vermögensaufbau geht, deshalb stoßen sie seltener auf das Thema. Hinzu kommt: Frauen haben häufig weniger Vermögen und weniger Rentenansprüche als Männer im gleichen Alter, weil sie während der Familienphase weniger verdient haben. Außerdem kümmern sie sich häufig erst später um ihre Finanzen. Doch wichtig ist: Es ist nie zu spät!“

Was sollten Einsteigerinnen tun?

„Ab 50 ist der erste Schritt: eine Zwischenbilanz ziehen. Vermögen, Schulden, Rentenansprüche – alles muss auf den Tisch. Stichworte sind hier: Eine Rentenberatung aufsuchen und das Rentenkonto klären. Verheiratete sollten auch das gemeinsame Vermögen und Kredite (etwa aus einem Hauskauf) auflisten. Zudem sollte man sich das Einkommen und die Ausgaben anschauen: Wo geht das Geld hin? Wäre es möglich, mehr zu sparen?

Der zweite Schritt: Einen Blick in die Zukunft wagen. Wie sieht die Altersvorsorge aus? Ist eine Rentenlücke abzuschätzen – also eine Lücke zwischen dem Einkommen, das frau benötigt, und der zur Verfügung stehenden Rente und möglichen weiteren Einnahmen? Was wäre im Fall einer Trennung?“

Dritter Schritt: Sich informieren – welche Anlageformen gibt es und was kommt jetzt für mich in Frage? Dabei sollten Frauen auf seriöse Quellen achten. Online bei der Stiftung Warentest haben wir unabhängige und objektive Informationen auch für Einsteigerinnen und Einsteiger, z. B. zum Pantoffel-Portfolio, einem einfachen Anlagekonzept aus zwei Bausteinen.

Vierter Schritt: Nägel mit Köpfen machen und einfach starten.“

Was ist bei der Geldanlage ab 50 (noch) möglich? Worauf sollten sich Frauen konzentrieren?

„Wichtig ist: nicht verzetteln. Auf eine Sparform setzen und diese dann durchhalten, da nicht mehr viel Zeit bleibt bis zur Rente.

Wer für die Förderung im Altersvorsorgedepot infrage kommt, sollte das machen. Das ist die neue staatlich geförderte Altersvorsorge, die im Januar 2027 startet. Dazu gibt es jetzt bereits viele Informationen. Die Stiftung Warentest empfiehlt allerdings, mit einer Entscheidung noch abzuwarten. Es gibt keinen Grund zur Hektik, denn die staatliche Förderung gibt es auch im Dezember 2027 noch rückwirkend. Ansonsten empfehlen wir das Pantoffel-Portfolio: Dabei wird eine monatliche Sparrate je zur Hälfte in einen ETF-Sparplan und auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt. Das ist einfach und funktioniert. Geldanlage muss nicht komplex sein.

Private Rentenversicherungen und ähnliche Produkte lohnen sich wegen der hohen Kosten ab 50 überwiegend nicht.“

Sind Frauen die besseren Anleger?

„Nicht generell. Es lässt sich aber beobachten, dass Frauen vorsichtiger und weniger impulsgeleitet investieren als Männer. Dadurch machen sie weniger kurzfristige Gewinne, sind aber häufig im Vorteil, wenn es um langfristige Geldanlage geht.“

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Generationen? Was können Frauen ab 50 von jüngeren Anlegerinnen lernen?

„Frauen ab 50 können sich von jüngeren Anlegerinnen abschauen, dass es sich lohnt, einfach anzufangen, und dass sie sich an ETFs herantrauen und Online-Broker ausprobieren können.“


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