„Arschkarte Pflegeeltern – Erfahrungen einer Familie in der Jugendhilfe“ ist ein authentischer Erfahrungsbericht über Liebe, Verlust und die Herausforderungen im Pflegekinder System.
Süddeutschland 19.06.2026 – Sieben Jahre lang war ein kleiner Junge Teil ihrer Familie. Sieben Jahre lang lebte er als Pflegekind in einem liebevollen Zuhause. Dann wurde er durch eine Entscheidung des Jugendamts von einem Tag auf den anderen – ohne Rücksprache und ohne Abschied – aus der Familie in Obhut genommen.
Mit ihrem Buch „Arschkarte Pflegeeltern – Erfahrungen einer Familie in der Jugendhilfe“ veröffentlicht die unter dem Pseudonym schreibende Autorin – Netti Collina – einen schonungslos ehrlichen Erfahrungsbericht über das Leben als Pflegefamilie und die Herausforderungen innerhalb des deutschen Pflegekinder Systems.
Das rund 200 Seiten umfassende Werk verbindet persönliche Erlebnisse mit fachlicher Reflexion, Zahlen und Fakten und einer kritischen Betrachtung struktureller Probleme in der Jugendhilfe. Entstanden ist ein Buch, das nicht nur bewegt, sondern auch informiert und zum Nachdenken anregt.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte einer gleichgeschlechtlichen Pflegefamilie, die über Jahre hinweg Verantwortung für ein Pflegekind übernimmt und dabei mit den komplexen Anforderungen des Hilfesystems konfrontiert wird. Die besondere Familienkonstellation verleiht der Erzählung eine zusätzliche Perspektive und macht deutlich, wie unterschiedlich Erfahrungen im Pflegekinderwesen ausfallen können.
„Dieses Buch soll keine Anklage sein. Ich habe jedoch den Anspruch, mit einer naiven und in Teilen sogar romantischen Vorstellung über das Leben als Pflegefamilie aufzuräumen“, erklärt die Autorin. „Das Buch zeigt offen und ehrlich auf, was passiert, wenn die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt nicht mehr funktioniert und was Pflegekinder und -familien in diesem System tatsächlich erleben können und müssen. Das ist nichts für schwache Nerven und mit unserer leidvollen Geschichte sind wir leider kein Einzelfall“, sagt Collina.
Das Buch richtet sich insbesondere an Menschen, die überlegen, ein Pflegekind aufzunehmen, an aktive Pflegeeltern, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie an alle Interessierten, die einen authentischen Einblick in die Lebenswirklichkeit von Pflegefamilien gewinnen möchten.
Neben der persönlichen Geschichte vermittelt das Buch praxisnahe Erfahrungen, sensibilisiert für die Perspektive von Pflegekindern und -eltern und beleuchtet die emotionalen, rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen innerhalb des Systems. Ziel ist es, Orientierung zu geben, Missstände sichtbar zu machen und ehrliche Diskussionen anzustoßen.
Diese wahre Geschichte ist verbunden mit einem deutlichen Appell an Fachkräfte, Verfahrensbeistände, private Träger und Einrichtungen, Richter und Entscheidungsträger aller Art, die Rechte und den Willen von Kindern in der Praxis endlich ernst zu nehmen und Rahmenbedingungen für Pflegeeltern zu schaffen, damit diese ihren Pflegekindern die besten Eltern sein können.
Zum Schutz aller beteiligten Personen wurden diese anonymisiert dargestellt. Die Autorin veröffentlicht das Buch ebenfalls unter einem Pseudonym, um die Privatsphäre ihrer Familie zu schützen.








